Raphaelius Alva Grußer

Raphaelius Alva Grußer„Zusammenbringen, was nicht zusammen gehört“

Der lange Weg

Mit 9 Jahren brachte mir mein Vater das Löten bei – und so begann alles.
Während sich meine Freunde im Kindesalter zum Fußballspielen trafen, saß ich konzentriert in meiner Kinderzimmer-Werkstatt, deren Einrichtung ein Geschenk zu meinem 10. Geburtstag gewesen war. Von diversen Kuscheltieren heimlich beobachtet, entstanden so aus Kindeshänden elektronische Bausätze und auch eigens konstruierte „Spielereien“. Voller Hingabe arbeitete ich an meinen Erfindungen, bis aus dem Wohnzimmer die Stimme meiner Mutter mit „Hast du denn schon deine Hausaufgaben gemacht?“, erklang, was ich – immer noch voll konzentriert – nur mit einem kurzen „Ja, gleich …“, beantwortete.
Defekte Gegenstände einfach nur weg zu werfen, war für mich ab diesem Moment keine Option mehr.

„Zerlegen – Durchschauen – Improvisieren – Reparieren“. Unter diesem Motto entstand somit eine Einstellung, die sich seither wie ein roter Faden durch mein Leben zieht und sich im Jahre 2013, im Alter von 25 Jahren, ideal in mein neues Hobby „Steampunk“ einfügte.
Anfangs stand ich dem Begriff, den mir ein guter Freund nahe gebracht hatte, skeptisch gegenüber. Noch keinen eigenen eBay-Account besitzend, bestellte er auf meine Adresse ein altes, mechanisches Uhrwerk. Wenige Tage später saß er damit an meinem Schreibtisch und borgte sich mein Werkzeug. Bereits nach einigen Minuten flogen diverse Zahnräder, Federn und weitere Uhrenkleinteile durch meine Wohnung … „Das ist also Steampunk? Ein explodierendes Uhrwerk?“
Nach einiger Zeit begann auch bei mir der Samen der Faszination zu keimen. Doch schnell stellte ich fest, dass es selten genau jene Objekte käuflich zu erwerben gab, die mir am ehesten gefallen würden. Falls doch, waren diese Unikate nahezu unbezahlbar. So kam das Rad ins Rollen, denn schlussfolgernd dachte ich mir: „Das könnte ich doch vielleicht auch selbst bauen …“
Überwältigt von der positiven Resonanz meiner Mitmenschen zu meinem ersten Outfit, ließ mich der Bastelwahn nicht mehr los. Der Küchentisch wurde wenig später durch eine kleine Werkstatt ersetzt; von Schmuck und Accessoires ging es bald über funktionstüchtige Mechanik, bis hin zu dampfbetriebenen Musikautomaten und einem ferngesteuerten Steampunk-Luftschiff. Auch meine Wohnung hat mittlerweile große Ähnlichkeit mit einem Museum.

S-Team Art, eine Steampunk Gruppe zwischen Donau, Alb und Bodensee

Mit der Motivation, diese Freude an Kreativität und Handwerk an Andere weiter zu geben, entstand nebenbei eine stetig wachsende Gruppe, welche sich unter dem Namen „S-Team Art“ ( www.S-Team-Art.de ) mit teilweise über 40 Personen (Stand: 2016) regelmäßig zu diversen Veranstaltungen und privaten Bastelstunden trifft. In familiärem Ambiente wird in unserem Team jeder restlos bedient, der stets nach Entschleunigung, einem respektvollen Miteinander, tiefsinnigen Gesprächen und einem individuellen Auftreten strebt und seinesgleichen sucht. Alter, Geschlecht, Herkunft etc. sind völlig unbedeutend.

Alles unter einem Hut

Zu meinem Berufsalltag als Fachkraft für Lagerlogistik, bietet mein Steampunk-Hobby den idealen Ausgleich. Ein Hobby, welches für mich mittlerweile längst nicht nur aus dem reinen Tüftlerhandwerk besteht. Ich stellte schnell fest, dass auch weitere Fähigkeiten, welche ich mir bereits in Kindheit und Jugend aneignete, ein ertragreiches Zusammenspiel ermöglichen. So ging es bald daran, eine Webseite zu gestalten, diese mit ansprechenden Inhalten zu füllen, Videoclips meiner funktionstüchtigen Geräte zu schneiden und Veranstaltungen zu organisieren. Auch meine musikalischen Fähigkeiten als Komponist, Home-Producer, Schlagzeuger und teilweise Sänger, fusionieren perfekt zu einem Ganzen. „Alles unter einen Hut bringen“ – trifft es so auch wörtlich auf den Punkt und füllt jede einzelne Minute meiner Freizeit aus.

Arbeitsweise

Jeder Steampunk hat seine eigene Arbeitsweise. Oder auch mehrere.
Je nach Umfang der nie enden wollenden Ideen, wird bei kleineren Unikaten nach dem Chaos-Prinzip kreativ drauf los gebastelt; einzig umgeben und inspiriert von den aktuell lagernden Einzelteilen und einer ganz groben Vorstellung über die Art des Werkes.
Komplexere, funktionstüchtige Maschinen durchlaufen aber auch oft längere Gedankenspiele, welche in einfachen Skizzen weiter führen, in Materialbeschaffung münden und nicht selten teilweise doch wieder abgeändert werden, bis nach einiger Zeit dann die (hoffentlich) funktionierende Maschinerie auf dem Werktisch vor sich hin rattert.
Viel Wert lege ich stets auf eine solide Verarbeitung und authentische Materialien. Bevorzugt verwende ich Lötkolben, Bohrmaschine, Schraub- und Nietverbindungen, um die verschiedenen Materialien zusammen zu bringen. Manchmal lässt sich aber der Einsatz von Sekunden- und Heißkleber dann doch nicht ganz vermeiden. Kupfer, Messing, Leder und Holz werden bei mir am häufigsten verarbeitet. Kunststoff findet nur selten seinen Einsatz, wobei ich nicht grundsätzlich gegen dieses Material bin. Weiterhin versuche ich stets, mit wenig Farben und Lacken auszukommen, was durch die verwendeten Materialien auch meist gut möglich ist.

Enorm große Schaffensfreiheit, ständig neue Herausforderungen, der Einsatz der unterschiedlichsten Fähigkeiten und das Leuchten in den Augen der meisten Betrachter meiner Werke – das alles ist – neben dem Dampf – meine Antriebskraft und ich freue mich jetzt schon auf Alles, was noch entstehen wird. Niemand weiß, was das sein wird, nicht einmal ich selbst. Eben diese Tatsache lässt die Flamme der Spannung und Freude auf die Zukunft weiterhin in mir kräftig lodern und sorgt für nahezu unerschöpflichen Brennstoff. Ich freue mich auf all Jenes, das noch kommen wird und jeden Menschen, der dies mit mir teilen möchte.

Volldampf voraus!

Ihr Raphaelius Alva Grußer

„Combine things, what does not belong together“

The long way

„At 9 years old, my father teached me to solder“ – and so it all began.
Then, while in childhood my friends met to play soccer, I was focused on my children‘s workshop, whose device was a gift for my 10th birthday. secretly observed by various stuffed animals, emerged like child‘s hands electronic kits and specially constructed „gimmicks“. This went on for just as long until from the living room the voice of my mother, „Have not you already done your homework?“ Rang out what I – still fully concentrated – only a short „Yes, right …“ answered.
simply throwing defective items only away for me from that moment no longer an option.
„Disassembly – seeing through – improvising – Repair“ Under this motto thus created a setting which like a thread since then runs through my life and in 2013, then aged 25 years, ideally in my new hobby „Steampunk“ pasted.
Only skeptical I was against the concept, which brought close to a good friend. Do not have your own eBay account possessing he ordered my address an old, mechanical movement. A few days later he was sitting with the movement at my desk and borrowed my tool. Already after a few minutes flew several gears, springs and other small parts watches through my apartment … „So this is Steampunk? An exploding movement? „
After some time, then finally the seeds of fascination began to germinate with me. But soon I realized that there was hardly exactly That can be purchased, that could please me most. If it does, these unique specimens were almost unaffordable for me. So the wheel started rolling because inferentially came the thought, „I could perhaps also build yourself …“
Overwhelmed by the positive response to my people about my first outfit, I would not let the craft craze going. The kitchen table was replaced little by a small workshop later, of jewelry and accessories, it soon started functioning mechanism, to steam-powered jukebox and a remote-controlled Steampunk Airship. Also my apartment is like now more like a museum.

S-Team Art, a Steampunk group between the Danube, Alb and Bodensee

With the motivation to give this joy of creativity and craft to others next, incidentally was a steadily growing group under the name “S-Team Type” (www.S-Team-Art.de) some with over 40 people (stand: 2016) meets regularly to various events and private craft lessons. In a family atmosphere, each is operated completely on our team who strives for deceleration, respectful coexistence, profound discussions and an individual appearance and unequaled opportunities. Age, gender, origin, etc. are completely insignificant.

Everything under one roof

To my professional life as a warehouseman, my steampunk Hobby offers the ideal balance. A hobby that long now is for me not only from the pure tinkerer crafts. I quickly realized that even more skills, which I already appropriated me in childhood and adolescence enable a profitable interaction. So it was soon hard to make a website to fill these with compelling content to trim video clips of my functional devices and to organize events. Even my musical abilities as a composer, Home-producer, drummer and singer partially merge perfectly into one whole. “Everything under one umbrella” – sums it so also literally to the point and fills every minute of my free time.

The way of working

Each Steampunk has its own way of working. Or even more.
Depending on the scope of the never-ending ideas, is creative it happening tinkered with smaller-offs after the chaos principle; only surrounded and inspired by the currently stored items and a very rough idea about the kind of work.
More complex, but functional equipment also undergo often longer mind games, which then lead into simple sketches on, lead to materials procurement and are often partially but changed again until after some time then rattles the (hopefully) operating machinery on the worktable in front of him ,
Much emphasis I place always on a solid finish and authentic materials. Preferably I use soldering iron, drill, screw and rivet connections to bring the various materials together. Rarely, however, the use of second and hot glue can then not be completely avoided.
Copper, brass, leather and wood are processed with me most. Plastic seldom finds its use, which I am not opposed to this material. Furthermore, I always try to get by with little paint and varnish, which is also usually quite possible by the materials used.

Enormously great creative freedom, constant new challenges, the use of different skills and the glow in the eyes of most viewers of my work – that’s all – in addition to the steam – my driving force and I’m looking forward to everything that will occur. Nobody knows what will be, not even myself.
It is this fact makes the flame of excitement and joy on the future continue to vigorously blaze in me and ensures almost inexhaustible fuel. I look forward to all That which is yet to come and everyone who wants to share this with me.

Full steam ahead!